Merhaba Ankara


Das kam überraschend! Wir wurden von Bernd Schneider vom Goethe-Institut gefragt, ob wir nicht nach Ankara kommen wollen. In den Jahren davor waren dort Silbermond und Clueso aufgetreten! Warum wir dort hin durften? Weil sich Dr. Bernd Schneider über die SuperIllu informiert hält und dort einen Artikel über uns gelesen hat. So auf uns aufmerksam geworden, kaufte er unser Album „Heute wie neu“ über Amazon.de und griff zum Telefon. Zwei Wochen später saßen wir auf gepackten Koffern fertig zur Abreise am Flughafen.

Während sich die männliche Bevölkerung des muSixlands mit Kaffee und Kuchen die knappe Stunde Wartezeit (Flugzeug verspätet...) versüßte, komplettierte Sonja ihre Geräuschdatenbank mit diversen Flughafenatmosphäre Aufnahmen. Wenn sie uns nämlich mal nicht mixt, macht sie die Geräusche für Hörspiele. Tolle Sache!

Einige Flugstunden, einmal in Istanbul umsteigen und noch mal eine knappe Stunde fliegen später wurden wir von einem VIP-Bus vom Flughafen abgeholt. Zunächst machte uns die chaotische und schnelle Busfahrt ganz schön zu schaffen, wenn man aber die Verkehrsverhältnisse in Ankara erst mal ein bis zwei Tage mitgemacht hat, kommt einem das auch schon wieder total normal vor.
Nachdem wir unser Zimmer bezogen hatten, wurden wir von Bernd das erste Mal zum Essen eingeladen. Typisch Türkisch, wie es hieß, auf einem Balkon der mitten auf den Fischmarkt herausragte. Um diese Zeit war natürlich nicht mehr viel Markt da, aber es gab einige Cafés und Kneipen dort unten, in denen gerade Fußball geschaut wurde. Witzigerweise fiel genau dort der Strom immer mal wieder aus und jedes Mal wenn er wieder an ging, gab es ein riesen Gejubel der Gäste. Fast schon richtige Stadionatmosphäre! Und es war richtig voll dort.

Auf dem Tisch standen schon bei unserer Ankunft große Mengen leckeren Essens, welche uns als Vorspeisen vorgestellt wurden. Es gab warmes Fladenbrot, eine Art Quark, Salat mit viel leckerem Rukola, Tomaten, die fast wie Melone schmeckten, gefüllte Weinblätter, Schafskäse und vieles mehr. Wir mussten richtig aufpassen, nicht zu viel zu essen, um den Hauptgang überhaupt noch rein zu bekommen.

Als Hauptspeise gab es Köfte (türkische Bouletten), Fisch oder Lammbraten. Und da nach all dem guten Essen das Verdauen schwer fällt, haben die Türken ein ganz besonderes Getränk erfunden: RakI.

Dieser Anisschnaps wird beim Mischen mit Wasser milchig-trübe und schmeckt wie Lakrize mit Alkohol. Wer dann immer noch Hilfe beim Verdauen brauchte, griff ausnahmsweise zur Zigarette.

Während wir uns oben noch ob der schönen Aussicht aus dem Lokal freuten,

fragte Patrick sich, wie Mann denn solch ein WC benutzt.

Gleich unten vor dem Restaurant kam uns auch das erste richtige Klischeewort vor die Linse. So wie es sein muss, mit so richtig vielen ü’s drin!

Zum Ende dieses Abends ging’s ins Hotel (****) zurück und ab in die Heia. Am nächsten Morgen sollten wir schon eine Stunde eher als ursprünglich geplant abfahren, um einer Deutschstunde in einer türkischen Privatschule beizuwohnen.

Gleich nach dem Frühstück war es dann auch soweit. Wir fuhren zur besagten Schule und wurden das erste Mal mit einer der zahlreich vorhandenen Statuen des Atatürk konfrontiert. Von diesem großen Politiker und Gründer der Türkei sollten wir in den kommenden Tagen noch viel hören und sehen.



In der Schule selbst hatten wir ein paar Minuten, um uns im Klassenzimmer einzurichten, bevor die Meute auf uns losgelassen wurde. Besonders die fantastische Aussicht aus den Fenstern hatte es uns angetan.

Dann ging’s aber gleich los. Die 9. Klasse stürmte das Zimmer und bezeichnender Weise bezogen vor allem die Jungs die letzte Reihe.

Die Mädels saßen zwei Reihen weiter vorne, was immerhin noch einen Puffer von zwei Reihen zwischen uns und ihnen ließ. Also stellten wir uns erst mal vor und sangen einen Song um das Eis zu brechen. Und schon saßen alle in der ersten und zweiten Reihe. Sehr zu unserer Freude!

Nach einigen Fragen (meist auf Türkisch mit Übersetzung durch die Lehrerin) und noch ein paar Gesangseinlagen gab’s erst mal eine entspannte Teepause mit lockeren Unterhaltungen und Autogrammstunde.

Wieder mal typisch: Patrick umringt und angehimmelt von den Mädchen

und André im Gespräch über Fußball und angehimmelt von Jungs.

Stefan ließ das alles kalt. Er stellte sich lieber in Denkerpose vor eine mit Bernd diskutierende Schülergruppe der später dazugekommenen 12. Klasse.

Weiter ging’s zur Deutschen Botschaft in Ankara. Das ist die drittgrößte Botschaft Deutschlands auf dieser Erde und als solche mit riesigen Häusern und einer ebenso verschwenderisch großen Gartenanlage ziemlich beeindruckend. Beim Betreten der Botschaft ist das Erste, was man sieht eine Wiese vor einem wunderschönen Haus mit einer ziemlich großen Metallkugel drauf.

Jeweils eine solche Kugel stand vor dem Hauptbahnhof in Berlin und vor dem Hauptbahnhof in Ankara und es wurden jeweils Szenen des anderen Bahnhofs darauf projiziert.
Aber ich schweife ab. Wir haben dort für die Feierlichkeiten zum Tag der deutschen Einheit aufgespielt (wenn auch einen Tag zu früh) und die Leute in der Botschaft haben ihren großen Garten auch sehr schön dafür hergerichtet. Es gab sogar einen Currywurststand. Es ist schon ziemlich skurril die janzen Botschafter, Delejierte und Militärattaches mit ihren feinen Festjewändern und –uniformen und ’ner Currywurst inna Hand zu seh’n, wa! Leider waren auch überall Bodyguards, dadurch habe ich mich nicht getraut sie zu fotografieren. Dafür aber Teile des vorbereiteten Gartens. Immerhin.

Auf dem Rückweg zum Hotel gab es verdutzte Gesichter, ob des stattgefundenen Kulturaustausches zwischen Berlin und Ankara. Während es in Berlin ein „Badeschiff“ gibt, wo der stylische Großstädter von Welt zur Abkühlung hinpendelt, gibt es in Ankara sogenannte „Badetaxis“.

Am Abend ging es nach einem lustigen Abendessen mit Dr. Bernd Schneider wieder auf Tour. Dieses Mal in die Disko, wo zwei DJs aus Köln auflegten. Der eine echt coole old schoolige Hip Hop Mucke, der andere stylische Elektroklänge. Die Location an sich hatte auch schon was für sich mit großen Blumen und Pilznachbildungen an der Decke.

Stefan, Christian und ich waren auch erst mal skeptisch, was die ganze Veranstaltung anging,

haben dann aber doch jede Menge Spaß gehabt.

Und nach einer Weile ist auch Sandy, die neue Praktikantin im Ankaraner Zweig des Goethe-Instituts, aufgetaut.

Wie es am Samstag mit unserem Konzert und am darauffolgenden „freien“ Tag in Ankara weiterging, erfahrt Ihr demnächst in der Fortsetzung zu diesem Tagebucheintrag.

Zum Schluss habe ich noch zwei Bilder von Euch in petto. Diesmal waren wir und Ihr in Bad Freienwalde und so habt Ihr dort ausgesehen:

Dann bis bald,

Euer Till und Eure muSixer


Kommentare

Manuela schrieb am 30.10.2009 21:12:37

Hallo Jungs, wann gibt es denn die Fortsetzung zum Tagebucheintrag zu Ankara? Ich würde doch gern noch mehr darüber erfahren!


Krichy schrieb am 15.10.2009 21:27:51

Hach, ich will auch ein Badetaxi




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