Meilensteine

24. Januar 2009

So herzlich wie von den Leuten in der WABE wird man selten in einer Location begrüßt. Wenn Moritz, der Haustechniker, der auch schon seit Jahren das Licht dort für uns macht, einen an sich drückt, ist klar wo man sich befindet. Zu Hause.

Nicht umsonst sind wir hier groß geworden. Haben hier, in der WABE unser erstes Konzert im Jahre 2000 gehabt.

Ganz am Anfang...

Danach wurden alle unsere großen Meilensteine in diesen “Heiligen Hallen” abgehalten. So haben wir hier unser Vollversion 5.1 - “Martin ist aus Amerika wieder da” Konzert gehabt, haben Henk verabschiedet und Björn in unseren Reihen begrüßt.

Björns WABE-Premiere

Natürlich haben wir auch unsere CDs “Stimmbruch” und “everything we want” hier dem erlauchten Publikum vorgestellt. Die “everything we want” hat sogar zwei Record Release Konzerte bekommen. Jaja, wir haben sie halt doch ein paar Mal verschoben ;-)

Unvergesslich waren natürlich unsere beiden Highlights der letzten Jahre. Zum einen unser Schichtwechselkonzert, in dem wir Lukas gehen lassen mussten, aber in André mehr als nur Ersatz fanden.

Ein letzter Song mit Lukas. André, sei willkommen! Haarige Zeiten für Martin und André

Zum Anderen unser großartiges 10 Jahre muSix Konzert, bei dem es mehr als nur eine Überraschung gab. Erst kamen unsere russischen Instrumentalfreunde “Very Nice Voices (VNV)” auf die Bühne und interpretierten das muSix-Original Butterfly nur mit Instrumenten,

VNV Very Nice Voices

dann gab es auch noch die streng limitierte CD “muSix Spezial” mit nie veröffentlichten Titeln wie “Pure Shores”, “Hold the Line”, “Numb” und “Lullaby” und natürlich hatten sich (fast) alle ehemaligen und aktuellen Bandmitglieder auf einer Bühne versammelt.

muSix mit Henk und Lukas Video killed the Radiostar mit Henk und Lukas

muSix mit Björn und Lukas

muSix mit Björn und André

So ist es jetzt nun wirklich nicht mehr verwunderlich, dass wir uns so richtig zu Hause fühlen und es uns jedesmal eine Freude ist hier aufzutreten. Und wenn Till nicht seine Kamera zu Hause vergessen und nicht mit seinem Handy fotografiert hätte, dann könnte man das dem Publikum auch ansehen. ;-)

Die Nachteile der Handycams: es wird schnell alles unscharf... :-(

Na dann, bis zum nächsten Jahr in der WABE!

Oh Mandy…

20. Januar 2009

…well, you came and you gave without takin’…

Naja, das ist so nicht ganz richtig. Mandy hat uns nämlich am Sonntag Morgen beim Mexikaner bedient und dafür natürlich auch Geld genommen. Aber Eins nach dem Anderen. Nachdem Stefan und Till in der Dresdener Hofkirche einen sehr langen Gottesdienst besucht hatten, der vom Bischoff höchstpersönlich abgehalten wurde, wäre es mit einkaufen und Frühstück machen doch etwas zu spät geworden (die Beiden hatten schließlich den Bandbus entführt). Also sind wir kurzentschlossen brunchen gegangen. War echt witzig. Das Restaurant sah nicht viel anders aus als jedes Café in der Simon-Dach-Straße in Berlin, nur die Gepflogenheiten waren grundverschieden. Zunächst wurde wir gebeten, doch bitte im Eingangsbereich zu warten, bis sich jemand unserer annimmt. Dann kam Mandy. Mandy nam uns mit zu unserem Tisch (den wir schon seit fünf Minuten angestarrt hatten, er war ja nur drei Meter weg von uns), stellte sich vor und erklärte uns den Aufbau des Büffets eine Etage höher. Erst kommt also der Warmbereich, dann Kaffee und Teewasser, dann Cerealien und Quarkspeise, Brot und Brötchen, Aufschnittplatten und wenn man an der Marmelade ist, ist Schluss. Trotz dieser eindeutigen Warnhinweise sind einige Mitglieder dieser Band am Ende des Büffets weitergelaufen. Quasi ins Niemandsland. Es sollte noch einige Stunden dauern, bis die Suchtrupps zurück kehrten und wir uns auf den Weg nach Cottbus machen konnten. Wären wir doch lieber einkaufen gegangen…

In Cottbus angekommen suchten wir sogleich das Piccolo-Theater auf. Ein Theater, das seinem Namen alle Ehre macht. Ein wirklich schöner, intimer Saal.

Die Bühne des Piccolo-Theaters aus Sonjas Blickwinkel.

Und erfahrungsgemäß ist die Stimmung meist sehr gut, wenn das Publikum ein bisschen kuscheln muss. Dazu aber später.

Untergebracht wurden wir natürlich in der Garderobe des Theaters. Da wo wir normalerweise einiges an Unordnung erzeugen, fiel unsere Präsenz dieses mal eigentlich gar nicht mehr auf. Es lag einfach schon so viel Klimmbimm herum, dass wir Sorge hatten unser Zeug nachher wieder zu finden.

Wie immer: wohin man auch schaut... ...Chaos und Durcheinander... ...nur war's diesmal schon vor uns da ;-)

Natürlich findet sich in solche einer Schatzkammer an Requisiten und Kostümen auch immer einiges an spannenden Dingen. Angefangen von Stimmverstärkern

Stefan macht einen auf H-blockx. Yeah! Rise High, Big S!!!!

über pflegeleichte Haustiere

Beutelratte à la Stefán

bis hin zu Monate alten Quarkgesichtsmasken.

Das Phantom des Theaters

Solche Funde erzeugen meist eine gute Laune, welche dann Mittels einer von Björn erfundenen Maschine, der sogenannten G.L.-Destillerie, in Vibes umgewandet werden. Damit bestrahlen wir dann über unser Medium Patrick “John Lennon” Oliver unser jeweiliges Publikum und schon ist der Abend gelungen. Hier der Beweis:

Die Cottbusser: Ein großartiges Publikum.

Und weils so schön war, dürfen wir in sechs Wochen wiederkommen. Danke, Cottbus!

Die Dresdner Gastfreundschaft.

19. Januar 2009

Das war ein turbulentes Wochenende! Wir hatten zwei Konzerte, eins in Dresden und eins in Cottbus. Für so eine Tour außerhalb von Berlin haben wir uns eigens einen Kleinbus gemietet, all unsere Technik, Taschen und Schlafsäcke reingepackt und sind am Samstag Mittag los nach Dresden. Dort angekommen gings auch gleich ans aufbauen und checken. Trotzdem nahmen wir uns die Zeit auch die, für solch eine große Kirche fast schon schlichte, Schönheit dieses Gotteshauses zu betrachten. Besonders in Auge gestochen ist uns der Altar mit der großen biblischen Darstellung darüber. Was das genau ist, müsst Ihr bitte den Stefan fragen, der kennt sich am Besten damit aus. Leider ist eben dieses Kunstwerk auch schon sehr beschädigt.

Der Altar der Dreikönigskirche Soundcheckvorbereitungen vor dem Altar

Sehr haben wir uns auch darüber gefreut, wie warm und herzlich wir hier erneut empfangen wurden. In unserem Bereich gleich neben dem großen Kirchenschiff gab es einen ganzen Tisch voller mit viel Liebe geschmierten Brötchen, Obst, Gemüse, Saft, Wasser und einem sehr leckeren Wein (natürlich für danach ;-) ) und einen großen Topf dicker Hühnersuppe.

Frische Schrippen, Obst und Gemüse. Was für den Durst davor und danach. Oh, ein großer Suppentopf! Was mag da wohl drin sein? Hmmm! Lecker selbstgekochte Hühnersuppe!

So musste keiner Hungern und auch keiner zum Vietnamesen nebenan, bei dem sich Till das letzte mal ordentlich die Salmonellen eingefangen hat. So können wir dieses Restaurant leider wirklich nicht empfehlen…

Wenn sich sieben Personen mit ihrem Kram in einem kleinen Raum aufhalten, artet das immer ein bisschen in Chaos aus. Überall liegen Kleidungstücke herum, es stehen mitgebrachte Speisen und Getränke in allen Ecken und die Stromkabel der Laptops, Handys und MP3-Player ziehen sich durch den ganzen Raum. An manchen Stellen könnte man fast meinen, wir machen Schleichwerbung für gewisse Firmen mit angebissenem Obst als Logo. Machen wir aber nicht. Ehrlich!

Schleichwerbung im Chaos.

Das Konzert selbst war gelungen, und das trotz der wirklich schwierigen Akustik in der Kirche. Große Räume haben halt diese Tendenz zu langen Hallfahnen. Wir hoffen aber, es hat Euch trotzdem gefallen. Die Fotos sprechen jedenfalls für sich:

Unser Dresdener Publikum links von uns. Unser Dresdener Publikum rechts von uns.

Nach dem Konzert waren wir nochmal eine Kleinigkeit essen und trinken und haben über Synästhetik diskutiert, sehr zum Leidwesen von Christian, der erstens erkältet war und dessen Zahlen zweitens keine Farben haben. Es war aber wirklich interessant! Stefans Jahr ist halbkreisförmig, geht bis zum Sommer immer ein bisschen nach unten und springt bei Beendigung des Jahres auf die andere Seite zurück. Außerdem sind bestimmte Personen hellgelb, grün oder lila.

Jetzt aber ab in die Heia, Stefan und Patrick zur WG, in der Stefan jede Woch drei Tage wohnt, der Rest kam bei Bine von den Dresdner Mëdlz unter. Am nächsten Tag gehts schließlich direkt nach Cottbus.

In diesem Sinne,

Eure muSixer

Ein ganz gewöhnlicher Tag mit muSix

11. Januar 2009

Um sieben Uhr klingelt der Wecker und erinnert mich daran, dass ich jetzt aufstehen muss, wenn ich noch alles schaffen will. Also erstmal raus aus den Federn, duschen, rasieren und frühstücken. Dann flink die Sachen gepackt (den weißen und den schwarzen Anzug, ein schwarzes Hemd, verschiedene T-Shirts (zur Auswahl für die Kollegen), den Gürtel nicht vergessen - sonst schimpft Björn, schwarze und rote Schuhe und ein Snickers, falls es mal wieder länger dauert) und ab zur U-Bahn. Um 9 Uhr ist schließlich der Aufbau der Technik und danach der Soundcheck im Roten Rathaus angesetzt.

Die Fahrt zum Alex verläuft ereignisarm, ebenso die Ankunft, wo Stefan, Björn und Patrick schon mit den mit Technik beladenen Autos warten. Als 5 Minuten später auch noch André und Sonja einmarschieren, kann’s losgehen. Kisten, Mikrofonständer und Kleidersücke werden nach oben in den Wappensaal gewuchtet und der emsige Aufbau kann beginnen.

Nachdem alles steht wünscht sich Sonja noch die Titelreihenfolge, damit sie den Ablauf in unser Mischpult einprogrammieren kann. Aus Ermangelung eines Zettels entsteht die wohl kleinste Setlist der Welt:

Die kleinste Setlist der Welt. Demnächst versuchen wirs mal mit der größten ;-)

Der Auftritt selbst verläuft selbstverständlich grandios, es wird gehörig applaudiert und es gibt viel Lob später am Büffet. Leider können wir nicht lange bleiben, denn unsere Technik muss wieder abgebaut werden, wir vorher aus den makelos weißen Anzügen raus und dann geht es auch schon ab nach Eichstädt.

Die Fahrt mit zwei sehr vollen Autos (Technik, Anzugtaschen, muSix, Sonja und unser Manager Christian) entpuppt sich als glücklicherweise relativ kurz und spaßig, auch wenn Sonja wie immer an der zweiten Ampelkreuzung bereits tief und fest pennt, ordentlich gestützt und eingeklemmt zwischen Christian und mir. Habe ich schon erwähnt wie eng es war?

In Eichstädt werden wir bald von Robert Bauer begrüßt, der sich um die Beschallungsanlage vor Ort kümmert und uns diesen wirklich sehr schönen Ort als Konzertlocation empfohlen hat. Da es sehr kalt ist, vertreiben wir uns die kurze Wartezeit mit einer zünftigen Schneeballschlacht. Sofern man vier geworfene Schneebälle als “zünftig” oder “Schlacht” bezeichen kann. ;-)

Die Kirche selbst entpuppt sich als ein heller und schöner Ort, der mit viel Liebe von den Aktiven der Gemeinde gehegt und gepflegt wird. Draußen ist’s bitterkalt und winterlich, aber hier in der Kirche ist alles so freundlich, dass man fast überrascht ist, wenn man aus dem Fenster auf den Schnee schaut.

Schöne, helle und gemütlich kleine Kinder- und Kulturkirche. Süßes, kleines Kirchenfenster mit winterlichem Dorf.

Wir fühlen uns gleich wie zu Hause und fangen mit einem sehr entspannten aber produktiven Soundcheck an.

Entspannte Soundcheckatmosphäre unterm bunten Kirchenkreuz. Patrick und André tauschen im Soundcheck die Disco-Medley-Tanzpartner... ...weil's sonst langweilig wird ;-)

Danach gibt es dann auch schon wieder Abendbrot. Rob hat für uns, während wir noch am Partnertauschen waren, lecker Bandnudeln mit Gorgonzolasoße gekocht. Mmmmh! Zum Nachtisch ließ es Patrick sich nicht nehmen und führte uns mit seinen rhythmusbegabten Patschhändchen noch einige neu gelernte Grooves vor. Erst noch durch ein Tuch gedämpft,

Was macht Patrick da wohl? Patrick Undercover

Dann mit zunehmendem Eifer am immer weiter entblößten Schlagzeug.

Patrick ist voll am Rödeln! Yeah, Patrick, yeah! Patrick geht voll ab!

Die Lage unseres Raumes war übrigens auch mal was Besonderes: von unserem Reich aus konnten wir den Zuschauerraum richtig gut betrachten. Die Leute in dem selben uns beim Umziehen dann aber auch…

Ungewöhnlich gute Aussicht für eine Garderobe. Ungewöhnlich hoch, für eine Garderobe.

Was folgte, war ein sehr schönes und kraftvolles Konzert, welches uns richtig viel Spaß machte. Und dem Publikum scheint’s auch gefallen zu haben.

Das Eichstädter Publikum. Klasse war's!

Danach ging’s glücklich, aber erledigt zurück nach Hause, zwischendurch noch schnell am Probenraum vorbei, die Technik abladen. Um 1 Uhr nachts lag ich dann endlich im Bettchen. Ein langer, aber sehr schöner Tag war zu Ende.

Euer Till